Grad Oechsle – Was bedeutet das?

Beitrag veröffentlicht am 14. März 2022

Ein Begriff der Dichte

Grad Oechsle ist eine Maßeinheit in der Physik, die zum Dichtebereich gehört. Es repräsentiert das Gewicht des unvergorenen Traubenmostes. Das Gewicht des Traubenmostes wiederum ist ein Maß für die gelösten Stoffe, insbesondere Zucker. Damit lässt sich der mögliche Alkoholgehalt der späteren Weine bestimmen. Im Gegensatz dazu: Der Oechslewert für trockene oder halbtrockene Weine liegt durchschnittlich 70 bis 80 Grad. Süße Trockenbeerenauslese hat eine höhere Restsüße, daher ein höheres Mostgewicht, welches bis 300 Grad Oechsle aufweist und somit einen höheren potentiellen Alkoholgehalt. Die Messung gibt jedoch keinen Aufschluss über die tatsächliche Qualität des Weines, da diese von einigen anderen Faktoren abhängt.


Wie Grad Oechsle zu seinem Namen kam

Nach dem deutschen Mechaniker und Goldschmied Christian Ferdinand Oechsle, der von 1774 bis 1852 lebte, wurde die Maßeinheit benannt. Um die Entwicklung des Weines bei der Gärung vorherzusagen, beschrieb Christian F. Oechsle im Jahr 1836 erstmals die Verwendung einer Mostwaage. Er entwickelte die Gradeinteilung auf der Skala und die Serienfertigung dieser Instrumente. Das Mostgewicht wird seitdem in Grad Oechsle angegeben, kurz °Oechsle oder °Oe. Mit dem sogenannten Aräometer bzw. durch das Refraktometer wird der Wert ermittelt.
So berechnet der Winzer das Mostgewicht Formel zur Berechnung des Mostgewichtes: n = 1000 x (Dichte des Mostes minus Dichte des Wassers).  Sowohl die Temperatur des Wassers als auch die des Mostgewichts müssen eine einheitliche Temperatur von 20 Grad Celsius betragen. Die Dichten werden wie gewohnt in Kilogramm pro Liter angegeben. Um wie viel Gramm ein Liter Most mehr wiegt als ein Liter Wasser gibt der Oechslewert an. An offiziellen Tabellen kann der Winzer dann ablesen, welchen Alkoholgehalt der spätere Wein besitzt.


Verwendung des Begriffs

Sowohl in Deutschland, der Schweiz und Luxemburg gilt Grad Oechsle als offizielle Maßeinheit. Der Begriff Klosterneuburger Zuckergarde ist in Österreich und Ungarn gebräuchlich. Und in Frankreich wird das Mostgewicht in Baumé angegeben.

Bildnachweis: Deutsches Weininstitut (DWI)

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